Montag, 6. Mai 2013

Reglement versus Verstand




Aktuell findet man in den Foren des Airsoftverzeichnis eine interessante Diskussion zu den Themen Sicherheitsregeln, Verantwortung und Spielbarkeit.


Anfang der Diskussion war die Beschwerde eine Users über das letzte Spiel in der bekannten "Piratenstadt" im Harz.

Dort hatte ein Orga-Mitglied den anwesenden Spielern mitgeteilt das nun keine Bangregel mehr gilt. D.h. auf kurze Entfernung (unter 5 Meter) solle man einfach abdrücken - Man könne problemlos auf die Brust zielen, da würde ja nichts passieren. Und wer damit ein Problem habe, der wäre doch im falschen Hobby.

Wider Erwarten meldeten sich eine Handvoll von Usern die mit der Meinung der Piratenstadtorga mitlaufen. Wenn an bedenkt das die "Bang-Regel" ein etabliertes Regelkonstrukt zu sein scheint, verwundert diese strikte Ablehnung der Sicherheitsregel. Nun darf man die Quantität von Meinungsäußerungen in digitalen Foren nicht überbewerten, aber es stellt sich die Frage ob nicht sogar ein großer Teil der Spielerschaft der Meinung ist, die Abschaffung der entsprechenden Sicherheitsregel sei überfällig.

In meiner kommende Erhebung wird auch dieser Punkt untersucht werden, sodass ich an dieser Stelle nicht weiter darüber philosphieren muss, auf wessen Seite die Spielerschaft tatsächlich steht. Pro oder Contra Bang-Regel.

Viel interessanter ist es nun die einzelnen Argumente der beiden Parteien zusammenzufassen.


Die Pro-Bang-Regel-Fraktion plädiert auf die Mischung aus Verantwortung und fehlender Beherrschtheit im Spiel.

- Schon Treffer mit normal-starken AirSoftGuns können auf kurze Entfernung nicht nur sehr schmerzhaft sein, sondern auf Zähne ohne Probleme zerstören. Auch Steckschüsse in weicher Haut sind möglich. Da man Airsoft schließlich miteinander und nicht gegeneinander spielen würde, wäre es fahrlässig und nicht hilfsreich sich gegenseitig zu verletzen oder wehzutun. Das wäre der Spielatmosphäre nicht zuträglich.

- Zweitens könne man sich nicht darauf verlassen das sich die anwesenden Spieler zu 100% beherrschen können. Schlussendlich würden die Spieler nicht selten auf kurze Entfernung einfach draufhalten. Präzise Brusttreffer auf minimale Entfernung seien praktisch kaum möglich wenn die Spielerschaft voll auf Adrenalien im Eifer des Gefechts um Häuserecken stürmt und dabei den Finger am Abzug hat. Deshalb benötigt man ein festes und durchsetzungsfähiges Regelkonzept, welches eine "Bang-Regel" beinhaltet



Die Contra-Bang-Regel-Fraktion sieht das anders. Ihr geht es um die Eigenbeherrschtheit der Spieler und um die praktische Spielbarkeit der Regeln.

- Die Bang-Regel sei überhaupt nicht nötig, da sich jeder Spieler eigenverantwortlich kontrollieren muss. Auf kurze Entfernung schießt man schließlich seinem Gegenüber nicht ins Gesicht. Jeder Airsoftler müsse sich so beherrschen können. Und falls es doch einer, gar aus Absicht, tuen würde, wehrt sich der Beschossene indem er es seinem Gegenüber gleichtut und ihm schmerzhaft zeigt das man sowas nicht macht. Auch die Nutzung einer FullFace-Maske sei schließlich möglich.

- Zusätzlich sei die "Bang-Regel" praktisch nicht umsetzbar. Klar, bei kleinen Gruppen vielleicht, aber bei größeren Spielen würde diese Regel zwangsläufig Missverständnisse und Streitigkeiten verursachen. Oft würde der "gebangte" Spieler den "Bang" nicht anerkennen, da nie sicher sei ob nun wirklich getroffen sei. Eventuell hätte der "Bangende" ja daneben geschossen. Außerdem würden Spieler die Regel ausnutzen um sich mehr Hits zu sichern. Die Orga müsse also ständig intervenieren und dies sei nicht effektiv.



Man erkennt das es sich hier auch um eine Grundsatzdiskussion handelt.


Können wir uns beherrschen und arbeiten wir mit dem "gesunden Menschenverstand"?

oder

Benötigen wir feste Regeln um die Spielerschaft zu kontrollieren, aber auch das Miteinander zu fördern?



Ob eine Abschaffung der "Bang-Regel" nun ein Gewinn ist, lasse ich dahingestellt. Hier kann jeder auf seine eigenen Erfahrungen zurückgreifen.


Wer die durchaus fruchtbare Diskussion verfolgen möchte findet sie hier


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