Mittwoch, 11. Dezember 2013

Trolling - Eine Auseinandersetzung

Wer sich etwas mit der Forenkultur der Airsoftszene beschäftigt wird schnell auf sog. "Trolle" stoßen.

Dieses scheinbar recht neue Phänomen der Netzkultur bezeichnet das Umgangsverhalten bestimmter User. Jene User zeichnen sich dadurch aus, dass sie kontinuierlich provokante Thesen und Meinungen in den Raum werfen. Dazu bedienen sie sich nicht ausschließlich inhaltlicher Argumente sondern bauen ihre Beiträge auf einer Basis beißender Ironie und Sarkasmus auf. Nicht selten überschreiten sie dabei die Grenze zur Beleidigung.

Trolle sind überdurchschnittlich aktiv in Foren und wählen als Ziele ihrer Attacken oft Anfnäger und Neulinge aus, halten sich aber auch von etablierten Forenmitgliedern nicht fern.

Susan Herring von der Indiana University Bloomington zufolge halten sich Trolle eher abseits von Mainstreamportalen auf und konzentrieren sich auf Randgruppen-Communities. Wobei die Airsoft-Szene sich dort natürlich besonders anbietet.

Glaubt man den Wikipedia-Quellen, dann haben Trolle für die Netzkultur eine extrem schädigende Wirkung da sie pausenlos Konflikte schüren. Sie provozieren aggressive Reaktionen anderer User und bewegen sich selbst stets an äußeren Rand der Forennetiquette. Laut Wiki sind sie in der Community isoliert und richten sowohl inhaltliche Schaden an, als auch Schaden an der Integrität der Community selbst.


Nun konnte ich mir vor einiger Zeit die Meinungen von Narguhl (21) und ColdPete (17) zu diesem Thema anhören. Beide können aus dem ASVZ-Forum unter stetig ändernden Namen bekannt sein und vertreten als "Trolle im weitesten Sinne" eine ganz andere Ansicht.


Den beiden zufolge ist Trolling eine Methode der Erziehungswissenschaft. Trolle sollen den Leuten zeigen wie sich richtig verhalten. Als Hilfe zur Selbsthilfe zu verstehen.

Dabei beziehen sich beide auf das für sie besonders nervige Problem der Neulinge und lernresistenten Usern. Jene sind beispielsweise nicht in der Lage Forenfunktionen (Hauptpunkt: Suchfunktion) ordentlich zu nutzen (überschwemmen damit das Forum mit immergleichen Themen) oder sie stellen Fragen und ignorieren dann die Antworten anderer Forenteilnehmer. Dies erscheint den beiden als pure Faul- oder Dummheit.

Als Antwort darauf nutzen sie das Trolling um den Usern ihre Fehler effektiv aufzuzeigen und sie damit umzuerziehen. Wer dies als Beleidigung interpretiert hat das Trolling nicht verstanden und wer beispielsweise enttäuscht oder beleidigt das Forum verlässt hat es nicht anders verdient. Solche User würde die Airsoft-Szene sowieso nicht brauchen.

Wie soll diese Form der Erziehung funktionieren? Beide setzen bei einem gesellschaftlichen Problem an. Der vermeintlichen Kuschelgesellschaft. Jene Gesellschaft die glaubt den Faulen und Ignoranten mit gutem Zureden dazu bewegen zu können ihr Verhalten zu verändern. Da wird gehätschelt und vertätschelt um am Ende ändere sich nichts.
Deshalb sei ein rigeroserer Weg vonnöten. Jener des Trollings.

Die beiden verdeutlichten dies mit einem Angel-Beispiel. Jemand muss Angeln lernen, möchte aber nicht.
Der angepasste Lehrer nimmt dem Schüler die Angel aus der Hand und sagt dem Schüler mit gutem Zureden was er tun müsse. Am Ende wirft der Lehrer die Angel aus und angelt für den Schüler - dabei hatte dieser sie nicht einmal in der Hand.
 Der Troll-Lehrer dagegen wirft dem Schüler ebenjene Angel zur Begrüßung ins Gesicht. So lerne der Schüler erstmal das dies eine ernstgemeinte Veranstaltung sei und zweitens müsse er es selbst machen - nicht der Lehrer für ihn.

Für Narguhl und ColdPete ist die Jugend faul,verwahrlost und die Gesellschaft ein Pool des naiven Gutmenschentums. Die dahinterstehende Ideologie erscheint allerdings nicht neu, sondern ähnelt nicht zufällig jener, welche der "Konservativismus" nutzt.

Die Bewertung der "Troll-Ideologie" erscheint schwer und ist abhängig von der eigenen Lebenseinstellung.

Aber zumindest wenn es um die Erfolge des Trollings und dessen Erziehungsmethoden geht, darf man getrost sagen, dass sie sich in der Airsoft-Szene nicht eingestellt haben. Weiterhin trägt das Trolling dazu bei, die Atmosphäre zu vergiften und fruchtbare Diskussionen zu unterbinden.

Die Trolle selbst erscheinen dabei nur als der neuste Spross pseudo-elitärer Gruppierungen, von denen die Szene immer noch nicht losgekommen ist.






"Freizeit-Forscher" Interview

Im Zuge seines "Pro Airsoft"-Projekts hat mich heute "Angel" vom Airsoftteam "Roter Milan e.V." besucht.


Der junge Berliner hat mich als "Freizeitforscher" zum Thema "Airsoft" befragt. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung in vielen Bereichen des Hobbys und meiner eigenen Forschung zum Thema, durfte ich einige Statements abgeben.
Hintergrund es Projekts ist eine kritische, aber in der Grundaussage positive Konnotation von "Airsoft" und damit zusammenhängend eine Art "Werbevideo" für unser Hobby/Sport.


Ich denke ich konnte heute überzeugend darlegen das unser eigentliches Problem weniger in fehlender, positiver Publicity und viel mehr in dem Verhalten der Airsoft-Szene selbst besteht. Womit ich vor Allem die "digitale" Szene meine, welche in Grabenkämpfen zwischen pseudo-elitären Gruppen und fehlender Toleranz gegenüber neuen Ideen, stetig an Kraft verliert. Passend zu einer aktuellen Studie entsprechen die deutschen Airsoft-Spieler zumindest scheinbar der Gesamtbevölkerung - nämlich wenn es um Ängste und Befürchtungen Neuem gegenüber geht. Was in unserem Fall natürlich auf konstanten Stillstand hinausläuft.


Manch einer mag genau das wollen. Ich sehe diese Haltung, gerade im Zuge einer geschwächten Szene, aber nicht als effektiv an.
Allerdings müssen wir uns auch stetig fragen wieviel die Meinung einzelner "Schreihälse" wirklich für die Grundgesamtheit aussagt. Erfahrungsgemäß nicht viel, auch wenn die Beeinflussung der "schweigenden Mitte" auf Dauer nicht zu unterschätzen ist.


All in all waren die ca. 4 Stunden Interview erfrischend und konstruktiv. Ich hoffe darauf, dass die Ergebnisse verwertet werden können und uns somit ein Schritt in die richtige Richtung gelingt.


PS:
Angels Youtube-Kanal: http://www.youtube.com/user/DiePlatinBox/videos

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Eingang in die dritte Phase und das Airsoft-Verzeichnis

Die Uni geht wieder los, es gibt Einiges zutun, aber Nein, das Projekt ist natürlich nicht gestorben.

Für mich gehts jetzt in die dritte Phase meiner Erhebungskonzeption.

Nach vielen Tests kann ich nun behaupten die größten Fehler in meinen Fragen ausgemerzt zu haben. Verzerrungen kann ich nicht gebrauchen und einige Teile der vergangenen Versionen, hätten diese leider provoziert. Zweideutige Fragestellungen waren hier sicherlich ein Hauptproblem.


Nach einiger Überlegung habe ich mich außerdem dazu entschlossen, einen umfangreicheren Themenpart aus meiner Untersuchung zu streichen.
Damit ist die jetzige Untersuchung mehr deskriptiv und behandelt weniger einen präzisen soziologischen Schwerpunkt. Anders gesagt: Mir geht es erstmal darum der Airsoft-Szene Ergebnisse zu liefern die sie interessant und wichtig findet - anstatt mich darauf zu konzentrieren was ich wichtig finde.

Im Kontext einer zukünftigen Erhebungs-Serie ist dies vielleicht genau der richtige Schritt um Vertrauen aufzubauen, fernab einer eventuell entlarvend-wirkenden Forschungsfrage.

Im Zuge eines Grounded-Theory-Seminars ist dies sicherlich auch ein guter Schritt mich langsam an das Forschungsobjekt und die dazugehörige Theorie heranzutasten.



Mein aktuelles Problem umfasst die Fragestellung der Veröffentlichung.

Wenn es mir um die Szene geht, wäre möglicherweise eine Veröffentlichung der Erhebung im ASVZ (Airsoft-Verzeichnis) sinnvoll. Selbstverständlich würde dies wieder neue Verzerrungen hervorrufen. Eine korrekte Sampling-Methode wäre wissenschaftlich zielführender.

Spätestens die Ergebnisse würden aber im ASVZ veröffentlicht werden - schließlich soll meine Forschung der Szene nutzen.
Im Zuge des Aufkommens sog. "Trolle" zweifle ich aber an einer sinnvollen Nutzung. Diese digitalen Trittbrettfahrer mit pessimistischem Weltbild sind aktuell gut darin jegliches "Neues" in polemischer Weise als nutzlos oder gefährlich darzustellen und erfreuen sich damit scheinbar einer großen Beliebtheit.

Letztendlich ist es aber wohl noch unverantwortlicher deshalb den Kopf einzuziehen.

Samstag, 22. Juni 2013

Zweite Phase abgeschlossen

Nach einigen qualitativen Interviews ist die zweite Probephase meiner Erhebung abgeschlossen. Die freiwilligen Tester aus dem ASVZ konnten mich effektiv unterstützen und ich denke, dass ich nun den größten Teil eventueller Knackpunkte in den Fragestellungen beseitigt habe.

Dafür lieben Dank an die freiwilligen Tester.

Als nächste Phase werde ich meine Liste an Fragen mit sozialwissenschaftlichen Theorien abgleichen. D.h. ich schaue nach welchen Forschungssinn welche Frage hat.

Anders ausgedrückt: Wenn eine anerkannte Theorie aus der Psychologie sagt das jeder glückliche Mensch Alkoholiker ist, muss ich meine Fragen so ausrichten das ich herausbekomme wer Alkoholiker ist wenn ich untersuchen möchte wer glücklich ist.

An dieser Stelle muss gesagt werden, dass dieser Schritt eigentlich immer der Allererste ist. Ich habe ihn übersprungen um mit den Instrumenten "Limeservice" und "SPSS" Erfahrungen zu machen. Am Ende kann ich aber keine Untersuchung durchführen wenn ich keine wissenschaftlichen Theorien eingebaut habe. Also kommt das jetzt nachträglich.


Da ich aktuell allerdings mehr mit der Uni am Hut habe, werde ich das Projekt "Airsoft-Umfrage" zeitweise auf Eis legen und mich in einigen Wochen wieder damit beschäftigen.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Zweiter Test



Der zweite Test meiner Erhebung findet in wenigen Tagen statt. Dieser sog. Pre-Test hilft mir die hoffentlich letzten Fehler aus meiner Untersuchung herauszubekommen. Anders als der vorherige, quantitative Pre-Test wird dieser ein qualitativer sein.

Quantitativ = Viele Teilnehmer mit großer Ergebnisbreite
Qualitativ = Wenige Teilnehmerm aber mehr Aufmerksamkeit für individuelle Meinungen

Ich konnte beim diesjährigen Sod Softair Cup schon testweise damit anfangen und habe festgestellt das bestimmte Frageformulierungen anders verstanden werden als sie gemeint sind. Hier ist hundertprozentige Präzision vonnöten sodass ich von dem kommenden Pre-Test noch einige hilfreiche Punkte erwarte.

Außerdem haben sich Hinweise gezeigt das der jetzige Fragebogen im Onlinebereich ok, aber für die Ausfüllung per Hand weniger geeignet ist. Und das liegt nicht nur daran der der Interexplorer beim Drucken 10% aller Buchstaben vegessen hat ;-)


Ich habe dieses Mal eine Anfrage im ASVZ gestellt und arbeite mit Freiwilligen ohne Zufallsauswahl.

Wahrscheinlich werde ich die Erhebung noch weiter differenzieren und etwas übersichtlicher gestalten. Außerdem werden nur noch die notwendigsten Fragen gestellt. Das sind noch immer genug aber um alles zu untersuchen was mir wichtig wäre bräuchte ich einen 24-Stunden-Fragebogen.

Es wird also darauf hinauslaufen in der Zukunft weitere Fragebögen zu erstellen und andere Thematiken zu untersuchen.


Sonntag, 12. Mai 2013

Ergebnisse des ersten Tests




Ich habe alle Daten des ersten Tests zusammen und kann euch nun ein paar Ergebnisse vorführen.

Die sind natürlich nicht repräsentativ, erlauben aber trotzdem einen Einblick in Meinung und Selbstdarstellung der Probanden

Nice to know: Die Anzahl der Probanden lässt keinen Schluss auf die Repräsentativität (Wahrheitsgehalt) zu. Gute, repräsentative Untersuchungen haben teilweise wenig Teilnehmer, wählen diese dafür in einem aufwendigen Zufallsverfahren aus. .


Auswertung und graphische Darstellung erfolgten mit den internen Werkzeugen von "Limesurvey". Deshalb gibts auch immer die gleichen Darstellungen. Wenn ich später mit SPSS auswerte gibts dann mehr Möglichkeiten und bessere Ergebnisse.


Dann fangen wir mal an:

Ein interessantes Ergebnis wenn man bedenkt das wir gerade über das Internet werben. Persönliche Kontakte scheinen weit zu überwiegen. Hier würde in der nächsten Erhebung auch die Option "Bei der Öffentlichkeitsarbeit von Teams" stehen.




Nicht unbedingt verwunderlich. Wahrscheinlich sinkt der Anteil an MilSimlern bei einer größeren Erhebung. Natürlich sind die Ergebnisse einer solchen Frage mit Vorsicht zu genießen. Denn Selbstbeschreibungen zeigen nicht automatisch die Realität. Hier ist in der Zukunft eine tiefergehende Forschung vonnöten.




Positive und neutrale Reaktionen aus der Familie halten sich hier in der Waage. Ein schönes Ergebnis. Ich persönlich hätte mit mehr negativen Reaktionen gerechnet. Ein Indikator dafür das die Familienstruktur der Airsoftler relativ stabil sein könnte.





Mit fast 22% ist der Anteil an Soldaten bzw. solchen die es werden wollen, relativ hoch. Das wäre durch eine Vergleichsstudie zu überprüfen. "Alter" und "BW-Erfahrung" müssten ebenfalls eingerechnet werden um ein präzises Bild zu zeichnen.




Die übliche Frage. In dieser Untersuchung bilden diejenigen, welche Minderjährige ablehnen, die Minderheit. Allerdings haftet der Frage eine vage Art an. Jemand welcher der Meinung ist dass Minderjährige im Airsoft nichts verloren haben, kann trotzdem welche in sein Team aufnehmen. Z.B. weil er einsieht, dass sie sonst im Stadtwald herumlaufen. Eine solche Fragestellung ist deshalb wenig aussagekräftig und wird ersetzt.




 Auch hier gibt es ein Problem mit der Frage. Jemand der Abstandsregeln gut findet, kann Bang-Regeln schlecht finden. Hier ist eine Trennung vonnöten. Zumindest scheint das Bild so recht eindeutig zu sein.




Inwieweit gibt es ein Potential das Militär und Airsoft verwoben sein könnten? Die Statistik bietet ein erklärendes, wenn auch sehr geteiltes Bild. Zumindest auf Seiten der Airsoftler.




Dieser Statistik nach ist der Spielkonsum von Airsoftlern ziemlich gering. 




Dies erlaubt einen Einblick in die Aktivität von Airsoftlern.




Diese Statistik zeigt ein sehr wichtiges Ergebnis für uns selbst. Was will die Mehrheit überhaupt, was ist ihr wichtig? Und welche Initiativen von Airsoftlern laufen möglicherweise in eine ganz falsche Richtung?



Ich schließe diesen Post dann mit einer Auflistung der Kommentare was den Menschen an Airsoft gefällt.
In meiner fertigen Untersuchung würde eine solche Auflistung in Stichwörter umstrukturiert werden, da manch einer persönliche Daten (hier entfernt) hineinschreibt.

Freitag, 10. Mai 2013

Erster Test erfolgreich




Ich werde die erste Version meiner Umfrage heute schließen.

Ich danke allen 41 Teilnehmern, die sich die Zeit für eine Beantwortung der Fragen genommen haben.


Außerdem danke ich allen die mich auf Fehler, Verbesserungen und andere Fragestellungen aufmerksam gemacht habe. Vielen Dank für euer Engagement.

Ich kann nicht jeden Vorschlag umsetzen, aber ich habe eure Anmerkungen interessiert gelesen und werde daraus Schlüsse für die nächste Version dieser Umfrage ziehen.


Apropos neue Version: Auch die Antworten selbst haben mir einige Fehlerquellen aufgezeigt. Die nächste Erhebung wird wahrscheinlich noch etwas erweitert, aber ich versuche den Umfang in Grenzen zu halten. Mehr als 15 Minuten soll niemand für seine Meinungsäußerung brauchen.


Einen Teil der Test-Antworten kann ich bald hier einstellen.
Es ist kein repräsentativer Teil, aber die Grafiken können eine Richtung der Meinungsäußerungen anzeigen. Die ein oder andere Überraschung gibts sicherlich auch.


Übrigens ist der Test etwas aus dem Ruder gelaufen, da einige der Teilnehmer den Link zur Umfrage weitergegeben haben.
Das war leider meine Schuld, da ich nicht explizit auf die invite-only Verwendung hingewiesen haben.
Am Ende hats mich Geld gekostet, aber wir sind ja lernfähige Wesen ;-).



Ein Hinweis noch: Es war ein Test, ja.
Aber wer in einer Umfrage wichtige Elemente wie z.B. "Geschlecht" oder "Alter" weglässt, hat möglicherweise seine Umfrage umsonst ausgefüllt. Fehlende Werte können nur teilweise kompensiert werden. Im schlimmsten Fall verfälschen sie das Ergebnis und der jeweilige Fragebogen wird dann von mir entfernt.
In dieser Untersuchung haben 20% aller Teilnehmer ihre angefangene Umfrage nicht abgeschlossen.


Sowas muss nicht sein! Bitte nehmt euch die Zeit die Umfrage vollständig auszufüllen.

Wer Datenschutzängste hat, den kann ich doppelt beruhigen. Erstens kann man aus 4 Buchstaben eurer Vor- und Nachnamen nichts herauslesen. Zweitens bin ich kein Privatsender, der eure (nichtmal vorhandenen) Daten beim Anruf fürs Gewinnspiel gleich an den nächsten 0190-Anbieter verscherbelt.

Ich betreibe Forschung für einen guten Zweck und ein zerstörter Ruf ist eine zerstörte Karriere!



Mittwoch, 8. Mai 2013

Airsoft in der Uni




Heute konnte ich zum dritten Mal an der Uni über mein Hobby berichten.

Da die Bachelorstrukturen nicht viel Zeit für solche nicht-leistungsbezogenen Aktionen lassen, war es für mich wieder eine angenehme Möglichkeit mein Hobby und mich vorzustellen.

Eingeladen wurde ich von einem Seminar der Sprech- und Medienwissenschaftler die sich in der Sitzung mit den Thematiken von "Inszenierung, Spiel und Fiktion" beschäftigten. Also ganz passend zum Thema "Airsoft".


Die Theoriekonzeptionen , gerade jene von Goffman ("Wir alle spielen Theater") konnte man hervorragende Ansatzpunkte für eine kritische Diskussion ziehen. Einige Airsoft-interne Themen könnten damit besser erklärt werden.

Mir ging es allerdings viel mehr um die Reaktion der Anwesenden. Gezeigt wurde das Jubiläumsvideo der Zebrafüxe und ein Beitrag von der letzten "Borderwar". Trotz einiger ablehnender Gesichter verlief die Diskussion zum dritten Mal auf sehr seichter Ebene.
"Jedem das Seine" war der O-Ton.

Nun frage ich mich ernsthaft: "Trauen sich die Leute nicht ihre Abneigungen zu zeigen oder haben sie gar keine?"

Die Atmosphäre war friedlich un die Mehrheit der Gruppe schien sich skeptisch äußern zu wollen. Die Realität sah dann aber anders aus.

Ich frage mich was gewesen wäre wenn eine einzelne Person den ersten Schritt gewagt hätte und Airsoft klar als "kriegsverherrlichend und militaristisch" bezeichnet hätte.

Da Studenten eher links eingestellt zu sein scheinen, wäre eine solche Reaktion doch nicht verwunderlich. Ob die anderen Kommilitonen wohl dann darauf eingestiegen wären?


Oder überwiegt doch die positive bis skeptische Neugier?

Wer sich immer noch die Frage stellt wofür man Umfragen und sozialwissenschaftliche Statistik braucht, versteht es jetzt vielleicht besser. Die Leute sagen im persönlichen Kontext oftmals einfach nicht was sie wirklich denken.

Und im schlimmsten Fall werden dann von einflussreichen Personen oder Institutionen die falschen Entscheidungen anhand der nicht vorhandenen oder missverständlichen Meinungsäußerung getroffen.


Alles in Allem wurde mir trotzdem eine gute Plattform geboten. Allerdings war es leider schon zu einfach und ich vermute der ablehnende Teil hat sich nach der Stunde weiter über das Thema unterhalten. Nur leider nicht konstruktiv - denn bei mir war nur einer.

Übrigens auch der einzige Mann im Kurs.


Interessanter Kommentar des Professors zu seinem Kommilitonen: "Es ist verwunderlich das Sie solche Gesichter machen. Solche Bilder sehen Sie doch schließlich jeden Tag in den Nachrichten."


Manchmal frage ich mich ob die Menschen ein Interesse daran haben sich in eine Meinung hineinzupressen. Aus Prinzip ist man gegen etwas - ohne mitzudenken.

Ob der in solchen Situationen oft beteuerte Pazifismus (Damit auch Toleranz und Offenheit) da doch vielleicht nur Show ist?


Naja, Fakt ist: Sagt was - wenn ihr gehört werden wollt!



Dienstag, 7. Mai 2013

Erster Test einer Erhebung




Seit gestern Abend ist der erste private und praktische Test meiner Airsoft-Erhebung (Online-Umfrage) im Netz zu finden.

Ziel dieses Tests ist die Herausfilterung von Verständnisproblemen, komplizierten Fragestellungen und vergessenen Details.

Wenn man bedenkt das ich als Mensch in einer Gesellschaft ein Wesen mit einem begrenzten und subjektiv veranlagten Auffassungsvermögen bin, ist solch ein Test für jeden Statistiker mehr als nötig.
Anders gesagt: Ich schließe zu schnell von mir auf Andere.

Was ich denke, das sie denken - ist nicht selten ein schwerer Trugschluss.


Dementsprechend ist die Bandbreite der von mir verschickten Einladungen recht groß.



Für das statistische Gerüst und die späteren Graphen verwende ich das Programm SPSS. Ein professionelles und weit verbreitetes Statistikprogramm mit dem sich auch mathematische Gleichungen zur Bestimmung von Fehlerquoten und mehr aufstellen lassen.
Allerdings ist das Programm auch ein schwerer Brocken, der mich dazu zwingt zum Mathematiker zu werden.



Für mich ist diese Erhebung in dreifacher Hinsicht ein großer Gewinn.
Auf der einen Seite befinde ich mich in einem Lernprozess und kann so praktische Erfahrungen für weitere Erhebungen sammeln.

Auf der anderen Seite bin ich damit in der Lage der interessierten Airsoft-Szene einen Teil ihrer eigenen, nicht immer bewussten Wahrheit vorzustellen.

Und gleichzeitig mit den abstrusen Vorurteilen die uns anhaften, aufzuräumen.



Nun, was folgt in der Zukunft?

Ich werde die Ergebnisse in SPSS übertragen und zum Teil hier einstellen. Das geschieht wahrscheinlich relativ unkomentiert. Auf die Interpretation der Ergebnisse lasse ich mich später in meiner Auswertung ein.

Was folgt sind sicherlich einige Überarbeitungen und dann eine nächste Version. Ob es sich dabei um die endgültige und öffentliche handelt sei dahingestellt.


Montag, 6. Mai 2013

Teamstruktur - Starke Führung oder Verantwortungsspread




Vor einigen Tagen war ich bei einem kleinen Airsoft-Stammtisch anwesend. Neben den üblichen Themen kam es auch zu Grundsatzfragen wie man beispielsweise ein Airsoft-Team zu führen habe.

Hauptproblem ist die geringe Halbwertszeit von Airsoft-Teams in Deutschland. Die Auflösungs-/Verkleinerungs-/Spaltungsquote ist subjektiv gesehen sehr hoch. Viele Teams von damals existieren heute nur noch in meinem Fotoalbum.

Ansatzpunkt für uns war nun die Gestaltung der Teamführung. Hier sahen wir einen großen Knackpunkt. Nicht wenige Teams sind auseinandergebrochen weil die "aktive Elite" plötzlich weggebrochen ist. Die Teamleader, welche alles zusammen hielten, gingen - der Rest bekam nichts mehr auf die Reihe.

Zwei Möglichkeiten taten sich im Laufe des Gesprächs auf.

Erstens, das "Konzept der breiten Führung"

Zweitens, das "Konzept der Verantwortungsstreuung"




 Das "Konzept der breiten Führung" setzt auf eine starke, aber breiter gefächerte Elite. Wo sonst der Teamleader und maximal ein aktiver Stellvertreter standen, sollen nun mehr Personen stehen. Gehen wir hier von ca. 5 Personen aus die sich die Teamorganisation teilen. Fallen ein bis zwei aktive Personen aus, kann der Rest das Team noch passabel weiterführen. Bei größeren Teams, muss natürlich auch die Zahl der "Aktiven" angepasst werden.
Knackpunkt ist bei diesem Konzept die "Elite". Eine kleine, möglicherweise homogene Gruppe die weitaus mehr Personen konsequent führt. Das kann bei Interessenunterschieden sehr problematisch werden.
Ansatzpunkt für das Konzept ist der Glaube an eine natürliche Konstellation: "Wenige Aktive, viele Passive.".
Oder auch "Viele die Spaß haben wollen, wenige die dafür auch was tun."



Anders geht das "Konzept der Verantwortungsstreuung" an das Problem heran. Hier ist die "Elite" entweder schwach oder nicht existent. Verantwortung wird kontinuierlich an von oben nach unten abgegeben, bis das "oben" nicht mehr existiert.
Hier hat jedes Teammitglied entweder die Möglichkeit oder ist gezwungen, eine Aufgabe für das Team zu übernehmen. Kümmert sich der Eine um Events, schreibt der Andere Artikel für die Homepage. Bei diesem Konzept darf der typische Teamleader durchaus erhalten bleiben, allerdings sind seine Aufgaben stark auf Entscheidungen getrimmt. Selbst bei einer demokratischen Teamstruktur müssen manche Entscheidungen schnell getroffen werden, sodass eine langwierige Abstimmung erst später stattfinden sollte. Jene Entscheidungen zu treffen wäre die Aufgabe des Teamleaders.
Knackpunkt dieses Konzepts liegt auf jeden Fall in der komplizierten und durchaus nervenaufreibenden Umsetzbarkeit. Das gilt sowohl für die reine Streuung von Verantwortung, als auch für den demokratischen Aushandlungsprozess.
Dafür werden die Interessen aller Mitglieder kontinuierlich berücksichtigt.


Egal für welches Konzept man sich nun entscheidet, eines sollte klar sein.

Ein Team-Leader der alle Verantwortung in sich bündelt, wird das Team nicht in die Zukunft führen.


Reglement versus Verstand




Aktuell findet man in den Foren des Airsoftverzeichnis eine interessante Diskussion zu den Themen Sicherheitsregeln, Verantwortung und Spielbarkeit.


Anfang der Diskussion war die Beschwerde eine Users über das letzte Spiel in der bekannten "Piratenstadt" im Harz.

Dort hatte ein Orga-Mitglied den anwesenden Spielern mitgeteilt das nun keine Bangregel mehr gilt. D.h. auf kurze Entfernung (unter 5 Meter) solle man einfach abdrücken - Man könne problemlos auf die Brust zielen, da würde ja nichts passieren. Und wer damit ein Problem habe, der wäre doch im falschen Hobby.

Wider Erwarten meldeten sich eine Handvoll von Usern die mit der Meinung der Piratenstadtorga mitlaufen. Wenn an bedenkt das die "Bang-Regel" ein etabliertes Regelkonstrukt zu sein scheint, verwundert diese strikte Ablehnung der Sicherheitsregel. Nun darf man die Quantität von Meinungsäußerungen in digitalen Foren nicht überbewerten, aber es stellt sich die Frage ob nicht sogar ein großer Teil der Spielerschaft der Meinung ist, die Abschaffung der entsprechenden Sicherheitsregel sei überfällig.

In meiner kommende Erhebung wird auch dieser Punkt untersucht werden, sodass ich an dieser Stelle nicht weiter darüber philosphieren muss, auf wessen Seite die Spielerschaft tatsächlich steht. Pro oder Contra Bang-Regel.

Viel interessanter ist es nun die einzelnen Argumente der beiden Parteien zusammenzufassen.


Die Pro-Bang-Regel-Fraktion plädiert auf die Mischung aus Verantwortung und fehlender Beherrschtheit im Spiel.

- Schon Treffer mit normal-starken AirSoftGuns können auf kurze Entfernung nicht nur sehr schmerzhaft sein, sondern auf Zähne ohne Probleme zerstören. Auch Steckschüsse in weicher Haut sind möglich. Da man Airsoft schließlich miteinander und nicht gegeneinander spielen würde, wäre es fahrlässig und nicht hilfsreich sich gegenseitig zu verletzen oder wehzutun. Das wäre der Spielatmosphäre nicht zuträglich.

- Zweitens könne man sich nicht darauf verlassen das sich die anwesenden Spieler zu 100% beherrschen können. Schlussendlich würden die Spieler nicht selten auf kurze Entfernung einfach draufhalten. Präzise Brusttreffer auf minimale Entfernung seien praktisch kaum möglich wenn die Spielerschaft voll auf Adrenalien im Eifer des Gefechts um Häuserecken stürmt und dabei den Finger am Abzug hat. Deshalb benötigt man ein festes und durchsetzungsfähiges Regelkonzept, welches eine "Bang-Regel" beinhaltet



Die Contra-Bang-Regel-Fraktion sieht das anders. Ihr geht es um die Eigenbeherrschtheit der Spieler und um die praktische Spielbarkeit der Regeln.

- Die Bang-Regel sei überhaupt nicht nötig, da sich jeder Spieler eigenverantwortlich kontrollieren muss. Auf kurze Entfernung schießt man schließlich seinem Gegenüber nicht ins Gesicht. Jeder Airsoftler müsse sich so beherrschen können. Und falls es doch einer, gar aus Absicht, tuen würde, wehrt sich der Beschossene indem er es seinem Gegenüber gleichtut und ihm schmerzhaft zeigt das man sowas nicht macht. Auch die Nutzung einer FullFace-Maske sei schließlich möglich.

- Zusätzlich sei die "Bang-Regel" praktisch nicht umsetzbar. Klar, bei kleinen Gruppen vielleicht, aber bei größeren Spielen würde diese Regel zwangsläufig Missverständnisse und Streitigkeiten verursachen. Oft würde der "gebangte" Spieler den "Bang" nicht anerkennen, da nie sicher sei ob nun wirklich getroffen sei. Eventuell hätte der "Bangende" ja daneben geschossen. Außerdem würden Spieler die Regel ausnutzen um sich mehr Hits zu sichern. Die Orga müsse also ständig intervenieren und dies sei nicht effektiv.



Man erkennt das es sich hier auch um eine Grundsatzdiskussion handelt.


Können wir uns beherrschen und arbeiten wir mit dem "gesunden Menschenverstand"?

oder

Benötigen wir feste Regeln um die Spielerschaft zu kontrollieren, aber auch das Miteinander zu fördern?



Ob eine Abschaffung der "Bang-Regel" nun ein Gewinn ist, lasse ich dahingestellt. Hier kann jeder auf seine eigenen Erfahrungen zurückgreifen.


Wer die durchaus fruchtbare Diskussion verfolgen möchte findet sie hier


Freitag, 3. Mai 2013

Mein Erster Eintrag auf "AirsoftStatistics"




...und der erste Blogeintrag in meinem Leben.



Wer ich bin!
Meine Name ist Alexander "The_Ruby" Rubner und ich bin 1988 in Niedersachsen geboren. Airsoft betreibe ich seit meinem 16. Lebenjahr und ich bin aktuell Mitglied der "Zebrafüxe Halle/Saale".

Durch verschiedene Erfahrungen habe ich mich für ein Studium der "Soziologie und Politikwissenschaft" entschieden.

Möchte man erklären warum sich ein Airsoftler auf einigen Privatsendern als Waffenfanatiker darstellen lassen muss oder warum sich Airsoft-Teams in private Kleinkriege verwickeln lassen, ist man bei der Soziologie (Gesellschaftslehre) auf der richtigen Seite. Hier geht es, im Gegensatz zur Psychologie, welche nur auf Einzelpersonen schaut, um Gruppendynamiken. Um das Entstehen von Normen und Regeln und ganz nebenbei um die Widersinnigkeit von scheinbar festen Gesellschaftsidealen.
Das eröffnet einem irgendwann den Blick darauf dass Alles veränderbar ist. Und zwar weitaus schneller als Mancher zu glauben scheint.

An dieser Stelle darf man mich dann auch gern als Idealisten bezeichnen.



"Was ist AirsoftStatistics eigenlich?" wäre wohl die grundsätzlichste aller Fragen die ihr habt.

AirsoftStatistics ist soll als kritisches Infoportal für Airsoftspieler dienen.

"Infoportal", da ich hier unsere Studienergebnisse veröffentliche.
"kritisch", da ich auf dieser Plattform kritisierende und hinterfragende Meinungen darstelle.
"für Airsoftspieler", weil es mir vor Allem um die Szenekultur geht. Nicht um Allerweltsthemen.



"Warum brauchen wir sowas?" käme dann als Nächstes.

Da wir in einer Welt leben in der Statistiken stets als Abbild der Wahrheit und der Realität gesehen werden, bietet sich hier unsere Chance. Wir können mit persönlichen Argumenten nur einen Teil der Menschen davon überzeugen das unser Hobby so friedfertig ist wie es eben nicht scheint.

Die Statistik dient vielmehr dazu jene zu überzeugen die ohne wissenschaftliche Studien nichts glauben. Und das sind in den seriöseren Schichten von Staat und Wissenschaft verständlicherweise sehr viele.

Wie sollen wir einen Bürgermeister davon überzeugen ein Team als Sport-Verein zu akzeptieren, wenn dieser meint Airsoft wäre eine typische Nazi-Beschäftigung. Gutes Zureden hilft hier nicht weiter.
Aber ein Beweis schon. Und den kann man über eine aussagekräftige Statistik erbringen.

Nun liegt die Betonung auf "aussagekräftig". Theoretisch ist jede Statistik aussagekräftig wenn man sie richtig verpackt. D.h. ich befrage 10 Personen, rechne alle Antworten in Prozent um und behaupte dies seine repräsentative Statistik für die gesamte deutsche Bevölkerung.

So arbeite ich nicht! Und weil ich nicht so arbeite brauche ich eure Unterstützung!
Ich brauche eure Meinung. In allen farbenfrohen Facetten und so umfangreich wie möglich. Traut euch das zu sagen was ihr wirklich denkt. Denn darum geht es.

Wie alle guten Umfragen sind auch meine 100% anonym. Also sagt was ihr denkt.



"Warum dazu eigentlich einen Blog erstellen?" fragt ihr euch wohl letztendlich.

Das ist ganz einfach. Um die Ergebnisse meiner Studien zu veröffentlichen reichen die standardisierten Portale wie ASVZ-, GAC-, Softair-, etc.-Forum nicht aus. Diese Forenkultur ist viel zu schnelllebig. Threads kommen und gehen im Schnellverfahren.

Damit unsere Ergebnisse also nicht in der Masse untergehen, werde ich sie hier auf Dauer veröffentlichen. In der Hoffnung das "Blogger" mir dabei keine technischen Probleme macht.